Das Projekt

© Oliver Heissner
Hamburg baut die musikalische Zukunft: die Elbphilharmonie. Schon von weit her zu sehen, schwingt sich die gläserne Welle über dem Hafen auf – Architektur der Spitzenklasse, die das Bild Hamburgs in der Welt prägen wird.
Die Elbphilharmonie fungiert dabei nicht nur als Leuchtturm der neuen HafenCity, sondern auch der Musikstadt Hamburg: Ihr Herzstück bildet ein neuer Konzertsaal mit 2.150 Plätzen, der zu den besten seiner Art gehören wird. Gleichzeitig wird die Elbphilharmonie mehr sein als nur ein Konzerthaus. Die frei zugängliche Plaza auf 37 Metern Höhe öffnet sich mit ihrem spektakulären Panorama dem Hafen, der Stadt und den Menschen; ein Haus für Hamburg und seine Bürger. Der Entwurf der Architekten Herzog & de Meuron sieht zudem ein Hotel und 45 Wohnungen vor. Dabei ist die Elbphilharmonie nur hier denkbar: im Strom der Elbe, an der Schnittstelle von Stadt und Hafen. Die Elbphilharmonie wird ein Gesamtkunstwerk sein, ein einzigartiges Erlebnis aus Architektur, Musik und der Lage am Wasser.
Architektur
Die Elbphilharmonie entsteht dort, wo Hamburgs Herz schlägt: im Hafen. Hier pulsiert das Leben, hier begegnen sich wirtschaftliche Ader und städtischer Geist, hier öffnet sich Hamburgs Tor zur Welt. Die Elbphilharmonie, gebaut an der Spitze des Sandtorhafens, quasi als Schlussstein der neuen HafenCity, wird weithin ausstrahlen.
Das Gebäude lebt vom Kontrast: Den Sockel bildet der historische Kaispeicher A. Die Halbportalkräne zeugen von den Tee- und Kakaosäcken, die hier bis in die 90er-Jahre lagerten. Über der trutzigen Basis erhebt sich der kristalline, geschwungene Neubau der Architekten Herzog & de Meuron, die etwa auch das Olympiastadion in Peking oder die Tate Modern in London entworfen haben. Allein die gläserne Fassade der Elbphilharmonie ist ein Hingucker – mehr lesen Sie hier . Über eine 82 Meter lange, raffiniert gebogene Rolltreppe erreicht man die öffentlich zugängliche Plaza auf dem Dach des alten Kaispeichers. Hier, auf 37 Metern Höhe, bietet sich den Besuchern ein eindrucksvolles Panorama über die Stadt, gleichzeitig sorgen durchbrochene Etagenstrukturen und Galerien für ungewöhnliche Perspektiven im Raum. Ein Ticketoffice findet sich auf der Plaza, außerdem der Zugang zur Hotellobby und die Foyertreppe zum Großen Konzertsaal. In unmittelbarer Nähe dazu laden Restaurants und Bars zum Verweilen ein. Mehr dazu hier .
Das Herzstück der Elbphilharmonie ist der Große Konzertsaal, der im Inneren des Gebäudes auf großen Spiralfedern ruht – so ist er akustisch komplett vom Haus entkoppelt. Selbst das Schiffshorn der Queen Mary 2 soll das Konzert nicht stören können. Der Saal folgt dem Weinberg-Prinzip, bei dem die Zuhörer um das im Zentrum platzierte Orchester herum auf ansteigenden Rängen sitzen, ähnlich wie in der Berliner Philharmonie. Die optimale Akustik liegt in den Händen (und Ohren) des international renommierten Experten Yasuhisa Toyota. Weitere Details finden Sie hier .
Neben dem Großen Saal wird es – genau wie in der traditionsreichen Laeiszhalle – einen Kleinen Saal mit ca. 550 Plätzen geben, der vor allem für Kammermusik geeignet ist, aber auch für Bälle oder Banketts genutzt werden kann. Das Kaistudio im Sockelbau (150 Plätze) ist für experimentelle Musik gedacht. Ebenfalls im Backsteinsockel wird das Klingende Museum seine Heimat finden, zudem Probe-Räume und ein Parkhaus mit mehr als 500 Stellplätzen.
Die breite, der HafenCity zugewandte Front des Gebäudes, an der sich auch der Eingang befindet, wird fast vollständig von einem Hotel mit ca. 250 Zimmern eingenommen. In der gegenüberliegenden Spitze des Gebäudes sind 45 Wohnungen mit Blick auf die Landungsbrücken untergebracht.
Noch ein paar Zahlen gefällig? Die Bruttogeschossfläche, also der gesamte Fußboden über alle 26 Stockwerke hinweg, entspricht mit 120.000 qm etwa 17 Fußballfeldern oder zwei Dritteln der Binnenalster. Mit den 18.000 t Stahl, die in der Elbphilharmonie verbaut sind, könnte man locker ein neues Eisenbahngleis bis nach Hannover legen. Der verbaute Beton entspricht einem massiven Würfel mit 40 m Kantenlänge. Das alles summiert sich zu einem Gesamtgewicht von 200.000 t; umgerechnet etwa 400.000 Konzertflügel oder zweieinhalb Queen Mary 2. Oder 722 Airbus A380 – wobei schon ein einzelner Flieger die Stadt etwa so viel kosten würden wie die gesamte Elbphilharmonie. In jedem Fall ist es beruhigend zu wissen, dass jeder einzelne der 1.761 Unterwasser-Stahlbetonpfeiler, auf denen die Elbphilharmonie ruht, deutlich über 200 t tragen kann.
So reizvoll die Lage am Wasser ist: Für Verkehrsplaner bedeutet sie eine Herausforderung. Mit dem Auto ist die Elbphilharmonie nur über die Sandtorhafen-Klappbrücke zu erreichen. Der Fußweg von der nahegelegenen Station Baumwall (U3) ist aber auch nicht länger als der vom Stephansplatz zur Laeiszhalle. Darüber hinaus bietet der künftige Fußweg von der Haltestelle der U4 (Überseequartier) zur Elbphilharmonie entlang der neu gestalteten Uferpromenade schöne Ausblicke auf das Wasser. HVV-Busse werden in unmittelbarer Nähe der Elbphilharmonie anhalten. Und schließlich bietet sich noch die stilechteste aller hamburgischen Verkehrsformen an: Eine der HADAG-Hafenfähren wird direkt zu Füßen der Elbphilharmonie anlegen.
Konzertprogramm
Von der Hansestadt zur Musikstadt – so lautet Hamburgs ehrgeiziges Ziel. Der Elbphilharmonie kommt in diesem Zusammenhang zentrale Bedeutung zu.
Hamburg kann auf eine bewegte Musikgeschichte zurückblicken, von Telemann bis Tocotronic, Brahms bis zu den Beatles, Ligeti bis Lindenberg. (Mehr dazu lesen Sie hier .) Die Elbphilharmonie stellt den jüngsten und spektakulärsten Beitrag zur Hamburger Musiktradition dar und weist den Weg zur zukünftigen Musikstadt Hamburg. Denn unumstritten ist: Das Hamburger Musikleben floriert. Nicht nur in den Musicaltheatern und Szeneclubs, sondern auch in der Laeiszhalle: Die Hamburger Orchester und Konzertveranstalter präsentieren in ihrer Summe ein vielfältiges Musikangebot auf höchstem Niveau, das die Laeiszhalle längst an die Grenze ihrer Kapazität gebracht hat. Die ehrwürdige Konzerthalle am Johannes-Brahms-Platz bietet inzwischen schlicht zuwenig Platz für weitere Entwicklungen, terminlich wie räumlich. Mit der Elbphilharmonie entstehen nun neue Spielräume.
Das Hamburger Konzertprogramm liegt in den Händen vieler Institutionen und Klangkörper. Das renommierte NDR Sinfonieorchester wird sich als Residenzorchester vor allem in der Elbphilharmonie präsentieren, aber auch die Philharmoniker Hamburg werden regelmäßig im neuen Konzertsaal auftreten. Die Hamburger Symphoniker behalten als zukünftiges Residenzorchester der Laeiszhalle im Traditionshaus am Johannes-Brahms-Platz ihren Schwerpunkt. Ergänzt wird das Programm beider Häuser durch die attraktiven Konzerte der privaten Veranstalter, allen voran ProArte und Karsten Jahnke, sowie durch die Aktivitäten der zahlreichen lokalen und international agierenden Orchester und Musiker - auch aus der hervorragenden Laienmusik-Szene der Hansestadt. Zuständig für beide Häuser ist ein Generalintendant, der im Auftrag des Senates der Musikstadt Hamburg sicher stellen soll, dass sich die beiden Häuser keine interne Konkurrenz machen.
Dieses Amt übt nun Generalintendant Christoph Lieben-Seutter aus, der zuvor in gleicher Funktion am Konzerthaus seiner Heimatstadt Wien tätig war. Zur Spielzeit 2009/2010 hat er die Reihe der Elbphilharmonie Konzerte ins Leben gerufen. Denn auch wenn die neue Halle noch im Bau ist – warum mit dem Musikmachen warten? Das Publikum soll schon jetzt einen Eindruck von der Bandbreite und Qualität des zukünftigen Konzertprogrammes in der Elbphilharmonie bekommen! Internationale Spitzenmusiker wie Mariss Jansons oder Thomas Hampson begleiten die Reihe als Residenzkünstler, originelle Festivals richten den Blick auf Länder wie Finnland oder Israel und Instrumente wie das Akkordeon. Dazu kommen Kammermusik, Nachwuchsreihen, Jazz, Elektronik, Alte und Neue Musik – ein hochklassiges Programmspektrum, vielfältig und grenzüberschreitend. Alles über die Elbphilharmonie Konzerte finden Sie hier .
Die Musikvermittlungs-Abteilung Elbphilharmonie Kompass , baut Berührungsängste ab bringt Musik in alle Stadtteile. Die Elbphilharmonie klingt schon jetzt!
Hintergründe zur Projektorganisation
Im Mai 2004 wurde die ReGe Hamburg, eine städtische Projekt-Realisierungsgesellschaft, als Bauherrin der Elbphilharmonie eingesetzt. Nachdem die Machbarkeit des Projektes geprüft und ein Nutzungskonzept erarbeitet war, wurden im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung mit der Commerz Real AG und der Hochtief Solutions AG private Partner für den Bau, die Finanzierung und den 20-jährigen Betrieb gefunden. Innerhalb der für die Elbphilharmonie gegründeten Objektgesellschaft Adamanta GmbH & Co. Objekt Elbphilharmonie KG verantwortet die Commerz Real AG die Finanzierung und den Betrieb des kommerziellen Mantels, die Hochtief Solutions AG die Bauausführung sowie das Facility Management. Gemeinsam mit der Quantum AG entwickelt Hochtief zudem als Bauträger in der Skyliving GmbH die ca. 45 Eigentumswohnungen.


Die aktuelle Broschüre über die Elbphilharmonie mit spektakulären Bildern, einem detailierten Querschnitt und wissenswerten Informationen können Sie hier als pdf herunterladen (12,3 MB) und hier online ansehen.

Die Elbphilharmonie entsteht an einem »magischen Ort« zwischen Hafen und City. Der Platz an der Spitze des Kaiserkais ist an drei Seiten von Wasser umgeben und durch eine Klappbrücke mit dem Sandtorkai verbunden.

Der Kaiserspeicher stand bis zu seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg 1945 an dem Platz, an dem heute die Elbphilharmonie gebaut wird. Er galt als Wahrzeichen von Hamburg.

© Oliver Heissner
Der Kaispeicher A wurde von Werner Kallmorgen anstelle des zerstörten Kaiserspeichers gebaut und 1966 als damals hochmodernes Speicherhaus eröffnet.

Die erste Projektskizze der Schweizer Architekten Herzog & de Meuron lässt bereits die Kühnheit und Eleganz des Projektes erahnen: eine Philharmonie auf historischem Lagergebäude.

Nach der Grundsteinlegung am 2. April 2007 begannen die Bauarbeiten mit der Entkernung des Kaispeichers A.
2009/2010 wurden die Elbphilharmonie Konzerte ins Leben gerufen.

Mit dem damaligen Ersten Bürgermeister Ole von Beust feierte Hamburg am 28. Mai 2010 das Richtfest auf der Plaza der Elbphilharmonie.
Für den Bau und den Betrieb der Elbphilharmonie wurden knapp 70 Millionen Euro Gelder von Privatpersonen und Unternehmen gespendet. Ein beeindruckendes Beispiel bürgerlichen Gemeinsinns. www.stiftung-elbphilharmonie.de









