Musikstadt Hamburg
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Geschichte einer Musikstadt
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Die Elbphilharmonie Konzerte
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Hamburgs Orchester und Konzertveranstalter
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Musikvermittlung in Hamburg

© Nils Hansen
Hamburg hat eine große und vielfältige Musiktradition. Nicht nur die besten Hamburger Klangkörper garantieren ein Musikleben auf höchstem Niveau, Höhepunkte setzen auch Gastauftritte großer internationaler Orchester sowie herausragende Musiker weit über die Klassik hinaus.
Die Handelsmetropole Hamburg hat zu allen Zeiten große Musiker angezogen und hervorgebracht – undenkbar ohne die große Begeisterungsfähigkeit und die Spendenbereitschaft der Hamburger Bürger. Bereits 1678 wurde die Oper am Gänsemarkt gegründet, nicht nur die erste bürgerlich-städtische, sondern auch die größte Bühne Nordeuropas – hier wirkte unter anderem Georg Friedrich Händel. Georg Philipp Telemann und nach ihm sein Patensohn Carl Philipp Emanuel Bach prägten als Musikdirektoren das kulturelle Leben um die Mitte des 18. Jahrhunderts. 1809 erblickte Felix Mendelssohn Bartholdy in Hamburg das Licht der Welt, 1833 Johannes Brahms. In den 1890er-Jahren dirigierte Gustav Mahler als Kapellmeister am Hamburger Stadttheater und schuf in dieser Zeit mit der Synthese aus Lied und Sinfonie eine neue musikalische Form. Nach dem Zweiten Weltkrieg war es vor allem György Ligeti, der Hamburg zu einem Zentrum für die Musik der Moderne machte.
Den Beginn der Konzerthaus-Ära in Hamburg markierten die Tonhalle von 1842 und der Conventgarten. Von 1853 an prägte dieser Saal 90 Jahre lang das Musikleben – bis zu seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg. 1908 wurde mit der Laeiszhalle das damals modernste Konzerthaus Deutschlands eröffnet – als Vermächtnis des Hamburger Reeders Carl Heinrich Laeisz und dank des Engagements seiner Witwe Sophie Christine. Die Architekten Martin Haller und Emil Meerwein, die sich bereits mit dem Bau des Hamburger Rathauses einen Namen gemacht hatten, errichteten das neobarocke Konzerthaus, das von Beginn an Musikgeschichte geschrieben hat: Legenden wie Richard Strauss, Sergej Prokofjew, Igor Strawinsky und Paul Hindemith spielten und dirigierten hier eigene Werke.
Doch auch jenseits der Klassik spielte Hamburg, die unumstrittene Musicalhauptstadt Deutschlands, schon immer ganz vorne mit. Die Beatles starteten ihre Karriere 1962 im Star Club in der Großen Freiheit. Udo Lindenberg rockt seit den 70ern mit seinem Panikorchester. Hip-Hop-Künstler wie Fettes Brot oder Jan Delay stehen ebenso für norddeutsches Charisma wie die Sängerinnen Ina Müller oder Annett Louisan. In der Popmusik prägten Bands wie Blumfeld oder Tocotronic die »Hamburger Schule«.
Mit dem Bau der Elbphilharmonie wird nun die Entwicklung des Hamburger Musiklebens spektakulär fortgeschrieben. Und wieder tragen das tatkräftige Engagement und die Spenden Hamburger Bürger zur Realisierung bei.
Mit der Elbphilharmonie erhält Hamburg eines der weltbesten Konzerthäuser. Doch eine spektakuläre äußere Form macht noch keine Musikstadt – auf die musikalischen Inhalte kommt es an. Organisatorisch laufen die Fäden zusammen beim Generalintendanten Christoph Lieben-Seutter, der der Elbphilharmonie ein eigenständiges künstlerisches Profil verleiht und als Intendant von Laeiszhalle und Elbphilharmonie außerdem sicherstellt, dass alte und neue Konzerthalle sich zu einem stimmigen Gesamtangebot verbinden.
Mit Beginn der Saison 2009/2010 hat Christoph Lieben-Seutter, der zuvor das Konzerthaus seiner Heimatstadt Wien leitete, zudem eine brandneue Konzertreihe in Hamburg eingeführt: die Elbphilharmonie Konzerte. Denn auch wenn die Elbphilharmonie noch im Bau ist – warum mit dem Musikmachen warten? So vermittelt diese hochkarätige Reihe schon jetzt einen lebhaften Eindruck davon, wie prächtig das Hamburger Musikleben parallel zur neuen Halle wächst und gedeiht. Musiziert wird einstweilen in der ehrwürdigen Laeiszhalle und in Spielstätten quer durch die Stadt: auf Kampnagel, in der Altonaer Fabrik, in den Hamburger Kirchen genauso wie in Szeneclubs auf St. Pauli oder in der Gesamtschule Mümmelmannsberg. Elbphilharmonie ist überall, schon jetzt.
Alles, was die Elbphilharmonie als Gebäude symbolisiert – eine spektakuläre Vision und ein bestechendes Konzept, aber auch die Verbindung von Tradition und Moderne – spiegelt sich im Programm der Elbphilharmonie Konzerte. Gut 100 Konzerte pro Saison bieten ein breites Spektrum quer durch alle Stile und Genres. Seit dem umjubelten Eröffnungskonzert des jungen venezolanischen Stardirigenten Gustavo Dudamel lassen sich hier die Top-Orchester der Welt hören. Internationale Solisten zeigen sich in Kammermusikkonzerten von ihrer intimsten musikalischen Seite; charismatische Residenzkünstler wie Mariss Jansons, Thomas Hampson und Piotr Anderszewski begleiten die Elbphilharmonie Konzerte als Paten.
Die Besonderheit der Elbphilharmonie Konzerte liegt in ihrer Vielfalt. Hier finden auch die ausgefallensten künstlerischen Ideen Platz. So stellen originelle Festivals Instrumente wie das Akkordeon in den Mittelpunkt oder entdecken die faszinierende Musikkultur von Ländern wie Finnland oder der Türkei. Innovative Konzepte wie genreübergreifende Performances sind ebenso vertreten wie eine hochklassige Jazz-Reihe.
Genau wie die Plaza der Elbphilharmonie öffnen sich auch die Elbphilharmonie Konzerte allen Bürgern der Stadt. Darum gibt es Konzertkarten schon zum Preis eines Kinobesuchs. Darum werden Klassik-Neulinge mit einem speziell konzipierten Einsteiger-Abo an die Hand genommen. Und darum gibt es ein umfangreiches musikpädagogisches Angebot mit vielen Konzerten für Babys, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Die Elbphilharmonie hat bereits begonnen.
Hamburgs Orchester und Konzertveranstalter
Das NDR Sinfonieorchester, einer der führenden Klangkörper Deutschlands und künftiges Residenzorchester der Elbphilharmonie, findet in der spektakulären Konzerthalle seine neue Heimstatt.
Die Geschichte des Orchesters beginnt mit seiner Gründung im Juni 1945 und der Berufung von Hans Schmidt-Isserstedt zum Chefdirigenten. Unter den vielen renommierten Orchesterchefs ragt besonders Günter Wand heraus, der das Ensemble von 1982 bis 1991 leitete und ihm weitere zehn Jahre als Ehrendirigent eng verbunden blieb. Bis zu seinem Tode im Jahr 2002 prägte Wand die künstlerische Arbeit des NDR Sinfonieorchesters, die ihren Höhepunkt in weltweit beachteten Bruckner-Interpretationen fand. 1998 wurde Christoph Eschenbach zum Chefdirigenten berufen. In seiner fünfjährigen Amtszeit widmete er sich in großen Werkzyklen insbesondere der Musik von Gustav Mahler. Die Tradition weltweit bedeutender Maestri in der Chefposition setzte Christoph von Dohnányi von 2004 an fort. Mit dem NDR Sinfonieorchester stärkte er mit äußerst erfolgreichen Gastspielen auf den wichtigsten Konzertpodien Europas sowie mit Tourneen nach Asien, Südamerika und in die USA den internationalen Ruf des Orchesters. Ebenfalls seit 2004 nimmt Alan Gilbert, Chef des New York Philharmonic, die Position des Ersten Gastdirigenten ein. Eine enge Zusammenarbeit verbindet das Orchester auch mit anerkannten Pultgrößen wie Herbert Blomstedt, Michael Gielen oder Esa-Pekka Salonen.
Mit der Spielzeit 2011/2012 übernimmt Thomas Hengelbrock die Position des Chefdirigenten. Er steht für eine spannende, für alle Musikrichtungen offene Zukunft, die ein neues Kapitel in der glanzvollen Geschichte des Orchesters aufschlägt. In steter Weiterentwicklung seines Repertoires und seiner Klangkultur wird das NDR Sinfonieorchester mit seinem neuen Chef bestens vorbereitet sein, wenn es die Elbphilharmonie mit einem Galakonzert eröffnet.
Im Radio übertragen wird das Konzert dann von NDR Kultur. Der Sender berichtet schon seit der ersten Planungsphase über Entwicklungen, Hintergründe und Protagonisten und wird als Kulturpartner die Höhepunkte aus der neuen Konzerthalle in Dolby Digital 5.1 übertragen.
Die Philharmoniker Hamburg prägen bereits seit ihrer Gründung 1828 den Klang der Hansestadt. Die stilistische Bandbreite der 125 fest angestellten Musiker sucht in Deutschland ihresgleichen – eine erfolgreiche CD-Reihe mit Einspielungen von Bruckner-Sinfonien in der Urfassung festigen den Ruf des Orchesters auch im Ausland. Für das Publikum der Hansestadt sind die Philharmoniker Hamburg darüber hinaus bei zahlreichen offiziellen Auftritten und Festakten präsent. Einen besonderen Schwerpunkt legen die Philharmoniker auf die Jugendarbeit. Mit Schulkonzerten, Familieneinführungen und dem Engagement für den Musikkindergarten Hamburg bietet das Traditionsorchester ein umfangreiches Programm für ein junges Publikum. In der Laeiszhalle pflegen sie die traditionsreiche und beliebte Reihe der Philharmonischen Konzerte, die zukünftig auch in der Elbphilharmonie stattfinden werden. Darüber hinaus gestaltet das Orchester fast alle Opern- und Ballettabende in der Hamburgischen Staatsoper. Die international renommierte Dirigentin Simone Young steht dem Orchester als Hamburgische Generalmusikdirektorin vor.
Die Hamburger Symphoniker, die unter ihrem international bekannten Chefdirigenten Jeffrey Tate in die Liga der deutschen A-Orchester vorstoßen, werden als zukünftiges Residenzorchester der ehrwürdigen Laeiszhalle die Treue halten. Neben Symphoniekonzerten, den traditionsreichen, sommerlichen Rathauskonzerten (open air im Innenhof des Hamburger Rathauses), Kinderkonzerten und einer Kammermusikreihe haben die Hamburger Symphoniker in den letzten Jahren durch neue Konzertprogramme und -formate ihren hohen Grad an Flexibilität, Motivation und Neugier immer wieder unter Beweis gestellt. Über die Grenzen Hamburgs hinaus haben sich auch die dynamischen Streicher vom Ensemble Resonanz mit originellen Konzertprogrammen einen Namen gemacht. Ihre zukünftige Heimat ist der Kleine Saal der Elbphilharmonie.
Wer internationale Orchester, Klassikstars wie die Geigerin Anne-Sophie Mutter und große Pianisten wie Lang Lang oder Grigory Sokolov auf dem Podium erleben möchte, ist bei den ProArte- Konzerten der Konzertdirektion Dr. Rudolf Goette genau richtig. Seit knapp 80 Jahren bietet die Konzertdirektion klassische Musik auf allerhöchstem Niveau. Die Elbklassik Konzerte präsentieren große Gesangsstars wie Anna Netrebko oder Elīna Garanča.
Die Größen aus Rock, Pop und Jazz bringen Veranstalter wie die Karsten Jahnke Konzertdirektion nach Hamburg. Für die kleinen, feinen Konzerte ist derweil die Hamburgische Vereinigung von Freunden der Kammermusik zuständig: Sie lädt regelmäßig die besten Streichquartette der Welt in den Kleinen Saal der Laeiszhalle ein. Diese und etliche weitere Veranstalter sorgen damit für ein musikalisches Gesamtangebot, das seinesgleichen sucht.
Die Basis des reichhaltigen Hamburger Musiklebens bilden verdienstvolle Ensembles wie die Hamburger Camerata, zudem die zahlreichen Musikgruppen, Laienorchester und -chöre, die sich regelmäßig in der Laeiszhalle und anderswo hören lassen. Ohne sie wäre die Begeisterung für die Vision der Musikstadt Hamburg undenkbar.
»Klassische Musik? Wie laaaangweilig!« Ein weit verbreitetes Vorurteil, dem an dieser Stelle ganz vehement widersprochen werden soll. Musik macht Spaß!
Schon längst haben sie es verstanden, die großen Orchester der Stadt, die Staatliche Jugendmusikschule, der Landesmusikrat, zahlreiche Initiativen wie der Jamliner-Bus und The Young ClassX und natürlich Elbphilharmonie Kompass dass man heute attraktive Programme machen muss, um alle Altersgruppen zu erreichen und ihnen die Begeisterung für Musik zu vermitteln. Weil Musik die Gesellschaft bereichert – und einfach Spaß macht. Angebote für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene fügen sich in Hamburg zu einem musikalischen Gesamtprogramm, wie es deutschlandweit einzigartig ist.
So bietet Elbphilharmonie Kompass (die Education-Abteilung der Elbphilharmonie) Musik für Schwangere und Eltern mit Babys (Elfi) und eine internationale Konzertreihe für Kinder an und begleiten regelmäßig den verrückten Klangforscher Dr. Sound im Einsatz. Kindergartenkinder und Grundschüler gehen zu den Hamburger Symphonikern (HaSy-Konzerte), zur Hamburger Camerata (Elbwichtel) oder zum NDR , wo sie auch immer aktiv einbezogen werden (Mit-Mach-Musik). Bei den Philharmonikern wird dank der originellen Programmheft-Beilage Ohrenspitzer jedes Konzert zum unterhaltsamen Musik-Quiz. Außerdem wirkt das Orchester beim Musikkindergarten Hamburg mit. Spezielle Familienkonzerte haben fast alle hiesigen Konzertveranstalter im Programm – beim Ensemble Resonanz sogar mit Zauberei.
Besonders weit gefächert sind die Angebote für Schulen. Schulklassen aller Jahrgangsstufen sind nicht nur zum Konzertbesuch eingeladen (etwa in den Serien Konzert statt Schule des NDR oder ZukunftsMusik der Elbphilharmonie Konzerte), sondern oft auch zur Mitwirkung ( Klangradar 3000 vom Landesmusikrat). Das beliebte Klingende Museum bietet in der Laeiszhalle (und bald in der Elbphilharmonie) die Möglichkeit, alle Orchesterinstrumente selbst ausprobieren.
Mit den meisten Veranstaltern können Sie via Facebook Kontakt halten – hier gibt es immer neue Konzerttipps. Da soll noch einer sagen, Klassik sei langweilig.

Seit über 100 Jahren ist die Laeiszhalle DER Aufführungsort für klassische Musik in Hamburg, aber auch für Jazz und Pop. Künstler aus aller Welt treten hier auf und loben die hervorragende Akustik.

Hamburgs Musikleben hat ein Gründungsdatum: 1678 wurde am Gänsemarkt die erste Bürgeroper in Deutschland eröffnet; Georg Friedrich Händel und Georg Philipp Telemann wirkten hier. Die Nachfolgerin des Hauses, die Staatsoper Hamburg, steht heute an der Dammtorstraße.

In diesem Haus im Gängeviertel wurde 17. Mai 1833 Johannes Brahms geboren.

Der Komponist und Dirigent Gustav Mahler wirkte von 1891 bis 1897 als Erster Kapellmeister am Hamburger Stadt-Theater.

Der aus Ungarn stammende Komponist György Ligeti gilt als einer der maßgeblichen Komponisten der Neuen Musik. Von 1973 bis 1989 lehrte er an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg.

Udo Lindenberg hat in der deutschen Rockmusik Maßstäbe gesetzt (und das Hamburger Atlantic-Hotel als ständigen Wohnsitz weltberühmt gemacht).

Die Band Tocotronic gehört zu den Begründern der »Hamburger Schule«.

Das NDR Sinfonieorchester, gegründet unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg, wird als Residenzorchester 2013 in die Elbphilharmonie einziehen.

Thomas Hengelbrock wird zur Konzertsaison 2011/2012 neuer Chefdirigent des NDR Sinfonieorchesters.
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